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J.F. AMONN GmbH

Wie baut sich ein reaktives Schutzsystem auf?

Ungeschützter, Witterungseinflüssen ausgesetzter Stahl unterliegt Korrosion. Aus diesem Grund müssen Stahlbauten für ihre gesamte geforderte Nennlebensdauer geschützt werden, d.h. für die Anzahl an Jahren, in denen die Konstruktion, ordentliche Wartung vorausgesetzt, für ihren Bestimmungszweck genutzt werden muss. Ein passives Brandschutzsystem mittels reaktiver Lacke muss in einen dem Projekt und der Art der chemischen/physikalischen/atmosphärische Exposition genügenden Korrosionsschutzaufbau integriert werden.
 
Der Anstrichaufbau besteht aus verschiedenen Phasen:
  • Vorbereitung des Untergrunds
  • Vorbehandlung
  • Haftvermittlung
  • Brandschutzbehandlung
  • Endbeschichtung

Die Vorbereitung des Untergrunds, die Vorbehandlung und die Behandlung für die Haftvermittlung:
Die Oberfläche des zu schützenden Stahlbaus kann unterschiedlich beschaffen sein.
  • WALZSTAHL: Oberfläche mit Zunder oder Rost
  • Der vom Metallwerk gelieferte Rohstahl ist oft mit einer Zunderschicht bedeckt, welche die Oxidation des Eisens verhindert. Allerdings ist diese Schicht oft beeinträchtigt, was Roststellen zur Folge hat. Vor jederart Lackierung muss der Untergrund je nach Anforderungen mittels Sandstrahlen, Bürsten oder anderer Systeme vorbereitet werden.
  • Erst wenn der Untergrund vorbereitet wurde, kann das Korrosionsschutzsystem Amotherm Steel Primer SB (Alkyd-Grundierung mit Zinkphosphat) für die Verwendung in der Stadt - und in der Leichtindustrie - Atmosphäre bzw. Amotherm Steel Primer Epoxi SB (Epoxidgrundierung mit Zinkphosphat) für die Verwendung in der Meer - und in der Schwerindustrie - Atmosphäre aufgetragen werden.
  • VERZINKTER STAHL, Oberfläche mit Zinkblumen
  • Bei verzinktem Stahl muss die Beschaffenheit der Verzinkung überprüft werden. Diese kann sich nach einigen Monaten verschlechtern. Die Folge sind zahlreiche Oberflächendefekte, die sogenannten „Zinkblumen“, welche die Qualität und die Haltedauer aller folgenden Schutzanstriche ernsthaft beeinträchtigen können. In diesem Fall muss der Untergrund den spezifischen Anforderungen folgend vorbereitet werden.
  • Nach der Vorbereitung des Untergrunds ist in jedem Fall eine Grundierung erforderlich, die als Haftvermittler zwischen Verzinkung und anschließender reaktiver Beschichtung fungiert.
  • Wir empfehlen Amotherm Steel Primer WB (Acrylgrundierung) für trockene Innenbereich - Atmosphäre bzw. Amotherm Steel Primer Epoxi SB (Epoxidgrundierung mit Zinkphosphat) in den anderen Fällen.
  • LACKIERTER STAHL, mit alten Farben behandelte Oberfläche
  • Bei bereits lackiertem Stahl gibt es verschiedene mögliche Maßnahmen, die von der Art der Farbe auf dem Element und deren Erhaltungszustand abhängen. In jedem Fall ist sicherzustellen, dass die Lackschicht auch die Korrosionsschutzanforderungen der vorgesehenen Umgebung erfüllt - andernfalls muss sie entfernt werden. Wenn die lackierte Oberfläche in einem sehr guten Zustand ist, muss anhand der Herstellerangaben die Kompatibilität mit dem reaktiven Schutzsystem nachgeprüft werden. Sollte es nicht möglich sein, die Kompatibilität zu prüfen und wenn die Lackschicht beschädigt ist, muss der Untergrund angemessen vorbereitet werden - gegebenenfalls ist der vorhandene Lack gänzlich oder teilweise zu entfernen.
  • Erst wenn der alte Lack gänzlich oder teilweise entfernt wurde und der Untergrund entsprechend vorbereitet wurde, kann das Korrosionsschutzsystem Amotherm Steel Primer SB (Alkyd-Grundierung mit Zinkphosphat) für die Verarbeitung in der Stadt - und in der Leichtindustrie - Atmosphäre bzw. Amotherm Steel Primer Epoxi SB (Epoxidgrundierung mit Zinkphosphat) für die Verarbeitung in der Meer - und in der Schwerindustrie - Atmosphäre aufgetragen werden.

Die Brandschutzbehandlung:
Der Auftrag von reaktiven/dämmschichtbildenden Systemen kann nur bei einer ordnungsgemäß vorbereiteten und kompatiblen Oberfläche erfolgen. Es wird nahegelegt, das Schutzprodukt nicht unter ungünstigen Umgebungsbedingungen aufzutragen und genauestens die technischen Daten des Herstellers zu beachten. Die erforderliche Schichtstärke für die geforderte Schutzleistung wird mit mehreren Auftragsphasen erreicht, wobei die geforderten Intervallzeiten zu befolgen sind. In der Verarbeitungsphase kann die aufgetragene Schichtdicke mit einem Nassfilmmikrometer kontrolliert werden. Ist das Produkt bereits trocken, kann die Dicke mit einem digitalen Mikrometer gemessen werden.

Die Endbeschichtung:

Die Endbeschichtung ist unter Berücksichtigung nicht nur der ästhetischen Anmutung, sondern auch und vor allem der Korrosionsklasse der Umgebung durchzuführen. Das heißt, dass in trockener Innenbereich – Atmosphäre auch auf die Endbeschichtung verzichtet werden kann, wenn keine besondere Anmutung gewünscht ist, während in Außenbereichen und/oder korrosiver Umgebung eine angemessene Endbeschichtung zu wählen ist. Die Norm EN ISO 12944-2 definiert verschiedene Klassen der Umgebungsaggressivität, genauer:
  • C1: unbedeutend
  • C2: gering
  • C3: mäßig
  • C4: stark
  • C5-I: sehr stark (Industrie)
  • C5-M: sehr stark (Meer)
Für die Klasse C1 ist die Endbeschichtung nicht verpflichtend. Wenn sie für ästhetische Zwecke eingesetzt werden soll, empfehlen wir Amotherm Steel Top WB oder Amotherm Steel Top SB je nach gewähltem Schutzaufbau. Für die Klasse C2 empfehlen wir einen lösungsmittelbasierten Aufbau mit der entsprechenden Endbeschichtung Amotherm Steel Top SB. Die Klassen C3 und C4 erfordern eine Polyurethan-Endbeschichtung mit einer höheren klimatischen Beständigkeit – Amonn bietet Amotherm Steel Top PU SB. Für die Klassen C5-I und -M führen wir derzeit keine Produkte. Lösungen für diese Fälle befinden sich in der Entwicklungsphase.
 
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