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Amonn Color GmbH

Wie schützt man Holz?

In der Regel werden die Schutzbeschichtungen für Holz in brandhemmende oder dämmschichtbildende Lacke (reactive coating), Spritzputze und Plattenbeschichtungen untergliedert. Die Wahl des jeweiligen Schutzsystems für verschiedenen Bauprojekte hängt von vielen Aspekten ab wie zum Beispiel architektonische und wirtschaftliche Erfordernisse, Umweltbedingungen und die für das Gebäude vorgeschriebene Reaktions- oder Feuerwiderstandsfähigkeitsklasse. In jedem Fall, außer in Situationen, in denen das Holz nicht ein sichtbares Element ist, sind die brandhemmenden/dämmschichtbildenden Lacke die einzige Lösung, um die natürliche Schönheit des Holzes zu erhalten. Sie werden wie normale Lacke verarbeitet und erscheinen auch als solche. Sie können auch transparent sein und verändern weder das Aussehen noch die Geometrie der tragenden Elemente, auf die sie aufgetragen wurden.
Das Brandverhalten „fire reaction“
Ein Brand benötigt drei fundamentale Elemente: brennbares Material, Sauerstoff und Wärme. Die Schutzsysteme, welche die Brandverhaltensklasse erhöhen, wirken auf zwei verschiedene Weisen:
  • Mithilfe eines Schutzschaums (Dämmschicht), der das Holz von der Wärme-/Flammenquelle isoliert und dabei effektiv den Kontakt mit dem brennbaren Material unterbindet. Mithilfe Stoffen, welche die Sauerstoffzufuhr zur Flamme hemmen (brandhemmend). Für jeden Einsatzbereich des zu behandelnden Holzelements gibt es spezifische Produkte.
  • Bei Holzböden ist die Brandverhaltensklasse günstig, da die Flamme und die Wärme dazu neigen, nach oben zu steigen. Zusätzlich zu den Brandverhaltensspezifikationen müssen in diesem Fall auch Anforderungen hinsichtlich der Abriebfestigkeit und des Fleckenschutzes erfüllt werden. Die diesbezüglichen Parameter haben keinen Einfluss auf das Brandverhalten, sind aber unverzichtbar für eine ordnungsgemäße Fußbodenbehandlung. Amonn empfiehlt Amotherm Wood Hydrolac WB, ein Anstrichaufbau auf Wasserbasis, und Amotherm Wood 540 SB, ein lösungsmittelbasierter Anstrichaufbau.
  • Bei Vertäfelungen/Wänden und Decken aus Holz gibt es neben der Brandverhaltensklasse keine besonderen Anforderungen. Hier ist eine einfache Verarbeitung ein klarer Pluspunkt, da die Produkte auf das montierte Bauwerk aufgetragen werden. Amonn empfiehlt Amotherm Wood WSB, ein transparenter Anstrichaufbau, und Amotherm Wood WB in Kombination mit der Endbeschichtung Amotherm Wood Top WB, ein farbiger Anstrichaufbau.
  • Bei Holzmöbeln und in der industriellen Anwendung ist die geforderte Anmutung sicherlich ebenso wichtig wie die Zertifizierung des Brandverhaltens. Amonn empfiehlt Amotherm Wood 450 SB, ein transparenter Polyurethananstrichaufbau, und Amotherm Wood 451 SB, ein farbiger Polyurethanaufbau. Beide Anstrichaufbauten sind in mehreren Glanzgraden und mit speziellen Katalysatoren für die verschiedenen industriellen Anwendungsbereiche erhältlich.

Die Feuerwiderstandsfähigkeit „fire resistance“
Die Abbrandrate ist eine wichtige Eigenschaft und spielt eine große Rolle bei der Planung von feuerfesten Bauten durch die Vergrößerung der Holzquerschnitte. In den Eurocodes sind die Abbrandraten der verschiedenen Holzarten definiert und genormt. So gilt beispielsweise für Fichtenholz eine Geschwindigkeit von 0,8 mm/min, während für Fichten-Brettschichtholz die Geschwindigkeit auf 0,7 mm/min sinkt. Bei einer Überdachung aus Fichten-Brettschichtholz reduziert sich nach einer Stunde der Brandbeanspruchung der Querschnitt eines Trägers um 42 mm (0,7 mm/min x 60 min) je Seite der direkten Beflammung. Wenn die Tragfähigkeit des „Reststoffs“ noch ausreicht, um den strukturellen Belastungen standzuhalten, gilt der Bau als zertifiziert im Sinne der Feuerwiderstandsklasse R 60. Sollte der Querschnitt nicht ausreichend sein, stehen verschiedene Lösungen zur Wahl: Verstärkung durch zusätzliche Holzverkleidungen oder aber reaktive Schutzbeschichtungen, welche die Maße und die Anmutung des Bauelementes nicht verändern.
Die Überdimensionierung des Bauwerks ist sicherlich die einfachste und aus architektonischer Sicht vorzuziehende Lösung, da sie keine zusätzlichen Schutzsysteme vorsieht. Sie bringt aber einige wesentliche Einschränkungen mit sich:

  • Sie muss im Vorhinein, also bereits bei der Bauplanung umgesetzt werden.
  • Bei Massivholzbauten ist sie an die Maße der Bäume gebunden, aus denen die Träger gewonnen werden.
  • Es muss genug Platz vorhanden sein. Tatsächlich ist es in engen Räumlichkeiten nicht immer möglich, die tragenden Elemente zu vergrößern.

Wenn eine Überdimensionierung nicht von Anfang an eingeplant wurde oder im Falle von Renovierungen oder einer Nutzungsänderung sind brandhemmende/reaktive Lacke sicher das einzige Mittel, das die architektonische Schönheit bewahrt und die Holzmaserung sichtbar lässt.
 
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