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Amonn Color GmbH

Was muss ich für den passiven Brandschutz beachten?

Integrierte Systeme für den passiven Brandschutz

Bei der Wahl des richtigen Schutzsystems sind einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen: die zu behandelnden Materialien, die zu anwendenden Methoden, die verschiedenen Brandarten und die geltenden Normen.
 

Warum ist Brandschutz wichtig?

Neben einem gesunden Menschenverstand betrachten auch nationale und europäische Bauproduktennormen (Verordnung (EU) Nr. 305/2011) die Sicherheit im Brandfall als wesentliche Voraussetzung, gleich nach den bautechnischen und statischen Aspekten. Unter den Begriff Brandschutz fallen all jene Maßnahmen, die dazu dienen, durch Brand verursachte Personen- und Sachschäden auf ein Minimum zu reduzieren und somit deren Folgen zu begrenzen.
 
 
 

Aktiver und passiver Schutz.

Der aktive Brandschutz zielt darauf ab, die Auswirkungen eines Brandes durch das frühzeitige Erkennen und rasche Löschen durch menschliche Eingriffe oder die Aktivierung eines Systems (Sprinkleranlagen, Alarmanlagen, Feuerlöscher, usw.) zu reduzieren.
Der passive Brandschutz hat das Ziel, die Auswirkungen des Brandes einzuschränken, um so die Evakuierung und das In-Sicherheit-bringen von Menschen und Gütern in einem bestimmten Zeitraum zu ermöglichen. Er ist keine Alternative zum aktiven Brandschutz, sondern eine vom menschlichen und mechanischen Eingriff unabhängiger Brandschutzmethode mittels Schutzsystemen, die eigenständig reagieren, sobald die zu schützenden Flächen und Werkstoffe von Flammen oder hohen Temperaturen angegriffen werden. Der passive Brandschutz, gemeint als Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen, wird in den europäischen Gesetzen und Normen in der Regel mit der Abkürzung REI gefolgt von einer Zahl angegeben, welche die Leistungszeit in Minuten festlegt.
 
 
 

Die Abkürzung REI.

Die Abkürzung REI beruht auf französischen Wörtern
  • Résistance = R = Tragfähigkeit
  • Etanchéité = E = Raumabschluss
  • Isolation = I = Wärmedämmung
In Deutschland und Österreich wird die Tragfähigkeit „R“ mit der Abkürzung „F“ gekennzeichnet.
Überdies gibt es weitere weniger bekannte Kriterien, die aber von den neuen europäischen und nationalen Normen mehr und mehr gefordert werden.
Die Normen definieren mit dem Kürzel REI die Fähigkeit einer Bauausführung, eines Bauabschnitts oder eines Konstruktionselements, verschiedene Merkmale eine bestimmte Zeit lang aufrechtzuerhalten.
Nicht alle Leistungsmerkmale werden zugleich gefordert. Für tragende Elemente ist die Tragfähigkeit für eine bestimmte Zeit (R) immer gefordert, während für nicht tragende Trennelemente, wie zum Beispiel Innenwände, die Tragfähigkeit (R) ein unbedeutendes Kriterium ist und der Raumabschluss (E) und die Wärmedämmung (I) an Bedeutung gewinnen (Abschottung)
Folglich sind Forderungen vom Typ R 30, RE 30, REI 30 und auch EI 30 möglich, welche die geforderten einzelnen oder mehrfachen Kriterien und die jeweilige Leistungszeit, hier 30 Minuten, beschreiben.
Die Leistungszeiten für die Feuerwiderstandsfähigkeit sind von den einschlägigen Normen vorgegeben und lauten 15, 30, 45, 60, 90, 120, 180 und 240 Minuten. Sie drücken die Zeit in Minuten aus, für die der Feuerwiderstand garantiert sein muss.
 
 
 

Die verschiedenen Schutzsysteme.

Für den passiven Brandschutz stehen verschiedene Produkte oder Schutzsysteme zur Auswahl, jedes davon hat Vor- und Nachteile.
Dämmschichtbildende Lacke / Reaktive Systeme – Verarbeitungsbereich Stahl, Gusseisen, Holz, Mauerwerk, Stahlbeton und Spannbeton
Vorteile: Sie lassen sich leicht verarbeiten und werden besonders geschätzt, weil sie die Anmutung des geschützten Elements nicht verändern. Auch das geringe Gewicht, die hohe mechanische Resistenz sowie der geringe Raumbedarf zählen zu den geschätzten Faktoren dieses Systems. Überdies lassen sie sich bei Metallbauten ...
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Reaktive/ dämmschichtbildende Lacke.

Reaktive Beschichtungen beruhen auf seit Hunderten von Jahren bekannten Prinzipien. Erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden sie in puncto Zusammensetzung und Verarbeitung intensiv weiterentwickelt. Das Aufschäumen basiert auf einer Reihe von chemisch-physikalischen Mechanismen, die einen kohlenstoffhaltigen Schaum bilden, sobald die Schutzbeschichtung der Hitze des Feuers ausgesetzt wird. Und eben dieser Schaum wirkt als Schutzbarriere. Ein nur 1 mm dicker Schutzanstrich kann einen Schaum von mehreren Zentimetern bilden. Damit verleihen die reaktiven Lacke den tragenden Bauteilen hohe Feuerwiderstandsklassen ohne die Formen, Profile und architektonischen Geometrien zu verändern. Darüber hinaus können sie mit verschiedenen Arten von Lacken zur Endbeschichtung überstrichen werden, was dem Element nicht nur eine bessere Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen gibt, sondern auch die Anmutung durch die Endbeschichtung und die Farbe unterstreicht. Die Produkte der Marke Amotherm bieten einen wirksamen und für den Brandschutz von Bauten und Werkstoffen getesteten passiven Schutz.
 
 
 

Pastöse Putze.

Brandhemmende pastöse Leichtputze sind in der Regel auf Gips-/Zementbasis und haben Zussatzstoffe verschiedener Art, wie zum Beispiel Vermiculit, Polystyrol und Cellulose, um – im Vergleich zum normalen Putz - das spezifische Gewicht zu senken und die Masse und das Isolationsvermögen zu erhöhen. Jeder Putz hat seinen spezifischen Wärmedämmwert (λ). Die zum Erreichen der gewünschten Widerstandsklasse aufzubringende Putzschichtstärke wird je nach Bauwerk und kritischer Temperatur bestimmt und anhand des Dämmwerts kann die dämmende Schicht berechnet werden, die aufzubringen ist. Da diese Putze nicht nur auf Zementuntergründen, sondern auch auf Metalluntergründen aufgebracht werden, sind deren Kohäsion und Haftung von grundlegender Bedeutung. AMONN vereint seine Erfahrung mit GRACE, einem Weltmarktführer für die Herstellung von brandhemmenden Leichtputzen, und bietet Monokote mit verschiedenen Lösungen für den passiven Brandschutz.
 
 
 

„fire resistance“ & „fire reaction“.

Der passive Brandschutz unterscheidet zwischen Produkten, welche die Ausbreitung der Hitze verlangsamen, um den Schaden an Gebäuden und Bauten (fire resistance) zu begrenzen, und Produkten, welche die Brennbarkeit des normalerweise entflammbaren Werkstoffs reduzieren (fire reaction). Im Falle von feuerbeständigen tragenden Bauteilen ist es notwendig, die Feuerwiderstandsfähigkeit für eine bestimmte Zeit zu erhöhen. Im Falle von brennbaren Bauteilen, wie beispielsweise Holz, wird neben der Feuerwiderstandsfähigkeit auch gefordert, dass das Holz nicht am Auslösen des Feuers und an seiner Ausbreitung beteiligt ist. Hinsichtlich des Widerstands (resistance) steht die Leistungszeit im Vordergrund, während es für das Brandverhalten (reaction) keine Verbindung mit dem Zeitfaktor gibt, der Baustoff muss die von den Normen geforderte Brennbarkeitsklasse erfüllen.
 
 
 

Dämmschicht- bildende oder feuerfeste Lacke.

Schutzanstriche nutzen zwei Abwehrmechanismen: den der Dämmschichtbildung und den, der die Feuerfestigkeit der Baustoffe verbessert.
  • Der Begriff Intumeszenz (Dämmschichtbildung) stammt vom lateinischen Wort „intumescens“, zu Deutsch anschwellen, und beschreibt exakt den Abwehrmechanismus, den die entsprechenden Anstriche aktivieren, wenn sie Hitze oder Flammen ausgesetzt werden – sie schwellen an und bilden eine Kohlenstoffschicht, die als Schutzbarriere dient. Dieses System wird eingesetzt, um die Feuerwiderstandsfähigkeit von Bauten zu erhöhen (fire resistance). Es nutzt dazu das Wärmedämmungsvermögen des Schaums, der sich durch den chemisch-physikalischen Prozess bildet, der vom Temperaturanstieg ausgelöst wird.
  • Ein Lack wird als brandhemmend (feuerfest) definiert, wenn er Merkmale besitzt, dank der die Brennbarkeit des Untergrunds (z.B.: Holz) auf den er aufgetragen wurde, erheblich reduziert wird. Brandhemmende Lacke nutzen chemische Reaktionen, welche die Flammen löschen und die Brandausbreitung hemmen. Das Auftragen von brandhemmenden Lacken dient folglich der Veränderung des Brandverhaltens von Baustoffen (fire reaction).